Mittwoch, 10. August 2011

Erinnerungen...

Ich bilde mir ein, dich zu sehen, C. Jeden Tag. In der Schule im Flur. Auf dem Heimweg auf der Straße. Im vorbeifahrenden Bus. In der Stadt. Im Kino vor der Tür. Ja, ich bilde mir manchmal sogar ein, dein Lachen oder deine Stimme zu hören, wie du redest, wie du wütend bist. Ich erinnere mich an jedes Detail von dir. Es ist eine Qual! Ich will das nicht. Sogar nachts träume ich manchmal von dir. Diese Träume sind schlimm. Ich will sie nicht haben. Will sie verschwinden lassen. Ich wünschte, ich hätte dich niemals kennen gelernt! Nur Schwierigkeiten hat es uns eingebracht. Dir genauso wie mir. Und mich hat es ein Stück mehr ins Loch getrieben. Alle wollen mir helfen und mich rausziehen.

Haben heute im Reliunterricht mit dem Thema Tod angefangen... Hab dich erwähnt, J. Habe erzählt, dass ich dich verloren hab, dass du gestorben bist. Doch genaueres musste ich zum Glück nicht sagen. Wie hätte ich sonst erklären sollen, woher wir uns kannten? Es waren schöne zwei Wochen in der Klapse, musst du wissen. Ich war froh, dich da getroffen zu haben. Beste Freunde kann man sagen. Wir haben uns blind verstanden, schon am ersten Tag. Du hast mir alles gezeigt, weil ich noch so durcheinander war, weißt du? Die Zimmer, die Spiele, den Essensraum. Es war gut ! Und dann bin ich auf eine andere Station gekommen, doch schon kurze Zeit später warst auch du da, wegen guter Führung. Dann waren wir die ganze Zeit zusammen und haben als gute Freunde so viel gemacht. Waren draußen, haben Sport gemacht, uns einfach die Zeit vertrieben und geredet über die Gründe weshalb wir da sind und was wir besser machen wollen. Es waren so schöne Gespräche... Ich erinnere mich noch genau an deine Worte. Verdammt, ich vermisse die Gespräche mit dir! Du hast mich einfach verstanden. Und dann... ich durfte endlich gehen, du hast dich so für mich gefreut! Ich war daheim, nur zwei Tage und dann erhielt ich einen Anruf. Meine liebe L. hat mich angerufen, von der Klapse aus und mir was erzählt. Sie hat gesagt, du seist für das Wochenende heim gegangen, so wie sie. Und als sie wieder da war, warst du es nicht mehr. Du hast es nicht mehr ausgehalten und einen Strich gezogen. Hast dein Leben beendet, als du daheim warst. Ein Schock. Nie wieder soll ich dich sehen... Nie wieder. Du bist nun oben, im Himmel. Und ich hoffe einfach, dass es dir gut geht, dass es die richtige Entscheidung war und du nun glücklich bist. Und ich freue mich, wenn wir uns wieder sehen... Lieber J., du warst erst 16, hattest eigentlich noch so viel vor dir. Aber du wolltest nicht. Ich vermisse dich, vergiss das nicht.

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