So, ich stelle nun mal einige Gedichte rein. Ich hoffe, sie gefallen euch und wenn nicht, sagt es ruhig. Ich würde mich über positive wie negative Kritik freuen :)
Langer Weg
Nun sitz ich hier, mit dem Stift in der Hand,
träume von meinem letzten Gang ins Wunderland.
ich sehe die Brücke, so schön und lang,
die Musik ist weich, ein warmer Klang.
Ich gehe los, der erste Schritt,
ich blicke zurück, niemand kommt mit.
Ich schreite voran auf dem weißen Stein,
sehe das Tor, so soll es sein.
Schritt für Schritt komm ich weiter nun,
ich weiß, ich sollte das nicht tun,
doch der Weg ist lang und ich denke nur,
sehe mich dort stehen, mit dieser tollen Figur.
Von euch entfern ich mich nun immer mehr.
Die Sehnsucht, ich spüre es, sie schmerzt so sehr.
Nochmals dreh ich mich um, und sehe euch an,
ihr steht dort und ich erinner mich daran,
an die schöne Zeit, die wir ja wirklich hatten,
ihr wart bei mir, auch in Zeiten mit Schatten,
doch nun seht ihr mich so, fast am Ende vom weg,
seht, wie ich mich dort nieder leg.
Ich kann nicht mehr, meine Kraft ist leer,
ich fühle mich kalt und so furchtbar schwer.
Und wie ich dort liege, so zerbrechlich und klein,
ich schließe die Augen, doch schlafe nicht ein.
Ein Ruck durchfährt meinen Körper hart,
und dann falle ich tief, doch ich lande ganz zart.
Öffne die Augen und sehe die Nacht,
wie sie mich fröhlich aus der Dunkelheit anlacht.
Ich spüre das nass auf meiner kalten Wange,
ich zittere und sitze hier lange,
die Beine umschlungen und weinend wie ein Kind,
die kalten tränen, ich weiß dass sie noch auf meiner Haut sind.
Ich wische sie weg und leg mich hin,
nun weiß ich wieder, wo ich wirklich bin.
Ich weine wieder und glaube es kaum,
denn nun wird mir klar, es war nur ein Traum.
Die Realität, sie holte mich ein,
dort auf dem weg, ich soll da nicht sein.
Der erste Flug
Ein feiner Hauch von
Blütenstaub,
ein Rascheln unterm alten
Laub,
ein Kratzen und Geschufte
nun,
ich höre es, da ist was zu
tun!
Das kleine Tier erwacht
ganz leise,
und macht sich eifrig auf
die Reise.
Die Flügel werden
aufgeschlagen,
sind schon die Farben
aufgetragen,
bunte Zeichen aller Art,
diese Arbeit war so hart,
doch das Ergebnis ist sehr
toll,
die Farben leuchten
wundervoll!
Er macht sich nun zum
Start bereit
endlich aus dem Kokon
befreit,
nun holt er Luft, ganz
tief und laut,
hofft, er hat die bösen
Tiere vergraut.
Dann gibt er Gas und stößt
sich ab,
die frische Briese hält
ihn auf Trab!
Die Schläge sind sehr fein
und schnell,
die Sonne blendet, so
beißend hell,
den
Flug kann er nun doch genießen,
sieht so viele Blumen
sprießen!
Riecht sogar den süßen
Duft,
zieht eine Nase davon ein,
und will niemals wieder
auf dem Boden sein.
Gleitet so leicht und
schön im Wind dahin,
ihm kommt nichts andres
mehr in den Sinn.
Träumt nur noch von den
zarten Schlägen,
es fällt ihm leicht, sie
sich einzuprägen.
Nun wird es dunkel und er
muss landen,
sieht eher aus, als würd
er stranden.
Doch fürs erste Mal war‘s
schon ganz gut,
und er hat ja auch noch so
viel Mut!
Jetzt ist er erst mal
wieder daheim,
er fühlt sich wohl und
schmiegt sich ein,
ich sehs dort liegen, das
kleine Ding,
er schläft so ruhig, der
Schmetterling.
Vielleicht.
Rote Linien,
Rotes Blut.
Rote Tränen,
Rote Wut.
Dunkle Schatten,
Dunkle Bäume.
Dunkle Wege,
Dunkle Träume.
Schwarze Seelen,
Schwarzes Fass.
Schwarzer Raabe,
Schwarzer Hass.
Viele Narben,
Viel Ertragen.
Viele Sorgen,
Viele Klagen.
Vielleicht Ruhe,
Vielleicht Frieden.
Vielleicht Glück,
Vielleicht zufrieden.
Das Kind
Nimm doch einfach das Kind
an die Hand,
was dort sitzt am
Wegesrand
und höre ihm beim Reden
zu,
denn so verschwinden ein
paar Sorgen im Nuh.
Doch du tust so, als wäre
nichts geschehen,
als hättest du kein
weinendes Kind gesehen.
Merkst du nicht, wie der
Baum in die Höhe rankt?
Doch das ist anscheinend
zu viel verlangt.
Dann schaff es wenigstens,
dich nur einmal umzudrehen,
und einfach mal nach dem
Rechten zu sehen,
denn dann wirst du merken,
dass so einiges schief geht,
und das Kind auf wackligen
Beinen steht.
Gib ihm doch bloß ein
bisschen Halt,
ihm ist doch auch so
bitterkalt.
Doch du lässt es allein
zurück,
läufst deinen Weg, Stück
für Stück.
Das Kind ist so
verzweifelt nun,
weiß nicht weiter, was
soll es tun?
Freunde merken, dass
Sorgen an ihm nagen,
wollen wissen, welche
Dinge es plagen.
Das Kind dankt für die
Hilfe und vieles mehr,
denn allein ist das alles
viel zu schwer.
Doch du wolltest nicht mal
deine Jacke ihm leihen,
das wird das Kind dir nie
verzeihen.


