"Jetzt gehts gar nicht. Ich muss das hier unbedingt noch schreiben."
"Und später?"
"Mh.."
"Gut."
"Was war das?! Hast du grad 'ach Gott' gesagt?"
"Nein, ich habe GUT gesagt!"
Ich gehe wieder in mein Zimmer. Mache meine Musik an, dieses wunderbare Klavierstück."Ronja, was ist das für ein Geräusch?!"
"Das ist Musik!"
"Mach das mal aus!"
"Ich werd doch wohl Musik hören dürfen!?"
"Dann mach die Türen zu."
"Aber du hast gesagt, die sollen offen bleiben!?"
Stille. Keine Antwort. Ich mache die Musik aus. Sie ist in ihrem Zimmer, ich in meinem, uns trennt nur der Flur voneinander. Das erste Gespräch haben wir immerhin noch geführt, als wir nebeneinander gestanden haben. Das zweite haben wir uns nur noch zugebrüllt. Ich glaube, heute will ich nicht mehr mit ihr reden. Heute habe ich keine Kraft mehr dazu, noch mit ihr zu reden. Darüber, dass ich den Therapeuten wechseln will. Ich weiß nicht, aber heute geht es einfach nicht. Ich habe meine Musik ausgemacht, sitze nun hier, in der Stille. Die schreienden Tränen laufen meine Wangen hinunter, kalt, nass. Laut klatschen sie auf den Tisch, meine Finger sind feucht, als ich mir über den Mund wische. Ich bin traurig und weiß nicht warum. Es tut weh, dass meine Mum so wenig Interesse an mir zeigt. Dass sie nicht mal mehr in mein Zimmer kommt, um mit mir zu reden. Okay, vielleicht übertreibe ich. Aber es tut einfach irgendwie weh, egal was ich mache, sage oder denke.