So, ich bin verwirrt. Zu 100% Prozent durcheinander, aufgewühlt und aus dem Konzept gebracht. Gestern habe ich ja mit J. gesprochen. Und er hatte so eine Andeutung gemacht, ich solle doch nochmal darüber nachdenken, nochmal in die Psychiatrie zu gehen. Und ich habe mir zu Herzen genommen, was er gesagt hat. Ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen, habe darüber nachgedacht. Ich habe heute morgen in der Schule die ganze Zeit daran gedacht, mir überlegt, ob es der richtige Weg wäre, ob es mir helfen würde oder ob es alles nur noch schlimmer machen würde. Und ich war der festen Überzeugung, dass es richtig wäre. Aber ich wollte nochmal mit J. darüber reden. Wir haben uns also heute verabredet, um 16 Uhr in der Schule. Und dann sind wir wieder so spazieren gegangen, haben geredet und er meinte, er fände es richtig und alles. Und ich hatte echt darüber nachgedacht, es wirklich zu machen. Nur... So um 17 Uhr oder so, da hatten wir dieses Thema dann abgeschlossen. Und dann haben wir trotzdem noch gelabert, haben nur Schwachsinn gemacht, blöd rumgestanden, sind hin und her gelaufen und haben uns lustige Geschichten erzählt. Wir haben gelacht, und ich war glücklich, verdammt, ich konnte lachen und musste es nicht mal spielen! Es war so wunderbar, ich habe einfach gespürt, dass es ehrlich war. Und ich habe mir gedacht, dass ich es auch ohne Psychiatrie schaffen kann. Nein, nicht ich 'habe', sondern ich denke es noch immer. Ich bin der festen Überzeugung, dass ich es kann. Dass ich mit dem Ritzen aufhören kann, dass ich wieder aus dieser Depression rauskommen kann, dass ich glücklich sein kann, dass ich mit meinem Körper, mit meinem Aussehen zufrieden sein kann, wenn ich es nur wirklich will. Wenn ich mich anstrenge, mich verdammt nochmal nicht von so Arschlöchern aus meiner Klasse oder Jahrgangsstufe oder Schule oder sonst wo so fertig machen lasse. Ich muss es einfach auf die Reihe kriegen und mein Leben selbst in die Hand nehmen, ich kann es. Ich weiß es. Ich will es doch schaffen. Mein erster Schritt? Man soll bekanntlich klein anfangen. Ich will meine Klingen entsorgen. Ich weiß nicht wie. Ich wollte sie eigentlich heute in den Müll werfen, trage sie ja fast immer bei mir. Doch ich habs nicht geschafft. Ich muss nachdenken, wie ich es mache, sie daheim in den Müll zu werfen wäre im Prinzip so, als würde ich sie meiner Mutter direkt geben. Also fällt das schon Mal weg. Ich schlafe einfach eine Nacht darüber, vielleicht habe ich ja eine Erleuchtung oder so! ;)
Vertrauen passiert einfach. Man erzählt einem Menschen
-Stück für Stück-
immer mehr von sich selbst.
Warum, kann man nicht sagen.
Es ist einfach so ein Gefühl.
