Dienstag, 29. Mai 2012

Dein Vorhang fällt, die Welt wird schwarz

Ich mache es nur schlimmer. Jedes Mal. Die Wunde ist tief, scheiße, doch mittlerweile auch noch groß. Ich habe es heute noch schlimmer gemacht. Ich weiß nicht, wie ich davon loskommen kann. Das ganze Wochenende habe ich nichts gemacht, doch heute alles wieder auf und noch schlimmer. Ich bin bescheuert. Verdammt.

Vielleicht sollte ich mich einfach anstrengen und kämpfen. Vielleicht sollte ich das kleine bisschen Kraft noch nutzen, was ich habe und es versuchen. Ich muss mich an den schönen Dingen entlang hangeln, eine andere Wahl habe ich ja gar nicht. In meinem tiefsten Innern will ich leben, glaube ich. Ich will einfach glücklich sein, das will an sich ja jeder. Nur ich selbst verbaue mir das alles und deshalb will ich nicht mal mehr leben. Also müsste ich versuchen, mir selbst wieder erlauben zu können, glücklich zu sein. Ich denke einfach immer, ich darf das nicht sein, weil ich nicht gut genug dafür bin, weil ich nicht schön genug bin, weil ich nicht schlau genug bin. Deswegen darf ich nicht lachen, wenn ein Witz lustig ist, deswegen darf ich nicht lächeln, wenn ich mich wohl fühle. Ich denke immer, ich darf das nur, wenn ich mich insgesamt gut fühle und nicht diese Probleme mit mir selbst habe. Doch ich glaube mittlerweile, dass ich es darf und nun lernen muss, dieses eigene Verbot abzulegen, langsam zu vergessen. Ich darf auch lachen, ich darf glücklich sein, obwohl ich nicht perfekt bin. Und ich weiß, ich werde es niemals sein, ich weiß, ich werde in meinen eigenen Augen niemals gut sein, niemals gut genug. Aber ich sollte versuchen, mich selbst zu akzeptieren. Ich muss mich ja nicht lieben, ich muss mich nicht mal mögen, aber ich muss mit mir klar kommen. Ich muss mit mir leben, ich muss mich ertragen und mich aushalten. Dann ist alles okay, dann schaffe ich das alles. Das braucht wahrscheinlich Zeit, viel Zeit, aber die habe ich ja noch. Ich bin noch jung und habe mein ganzes Leben vor mir, das habe ich nun gelernt.

Ich will einfach einschlafen, ganz ruhig und sanft und dann nicht mehr aufwachen. Ich will aufgeben dürfen. Ich sollte glücklich sein, dass ich lebe? Nein. Ich sollte dankbar sein, dass ich nicht hungern muss? Nein. Okay, vielleicht sollte ich das alles, aber ich bin es nicht. Ich würde tauschen. Käme ein hungerndes Kind aus Afrika zu mir und würde mich bitten, mit ihm mein Leben zu tauschen, kein Problem. Wenn das gehen würde, ich täte es. Ich würde dem Kind mein Leben geben und stattdessen seines nehmen. Oder besser, jemand anderes darf das Leben des Kindes haben, wenn er möchte und ich nehme den Tod. Kein Problem für mich. Ich wäre einverstanden, auf der Stelle. Ich würde lediglich noch gerne meinen Freunden und meinem Bruder lebewohl sagen und dann bin ich bereit.
Für mich ist jeder Tag eine Qual. Jeder beschissene Tag.

Widersprüchliche Texte, ich weiß. Ich schreibe über den Tag verteilt und meine Stimmung schwankt. Scheiße, sie schwankt so sehr. Ich sitze schon wieder hier und heule. Warum? Was weiß ich. Ich bin einfach nur fertig.



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