
Meine Gedanken spielen verrückt, sie drehen sich nur um das Eine, nur um das Eine. Sie schwirren und singen, sie tanzen und schreien, wollen mich überzeugen, mich volltexten, reden auf mich ein und lassen mich nicht los. Ich will mich befreien, schlage um mich und kämpfe, ich trete und baue eine Mauer, ich will sie abhalten, will sie fortschicken, ihnen keinen Einlass gewähren, sie nicht gewinnen lassen. Momentan sind es nur Gedanken, nur Fetzen in meinem Kopf, keine Pläne, keine Taten. Doch ich muss sie weghalten, darf sie nicht durchlassen. Ich kämpfe, wenn auch nur schwach. Ich habe nicht aufgegeben, ich lebe noch, ich atme noch. Aber die Gedanken sind stark, kontrollieren mich bald, kontrollieren mich fast. Sie wollen mich ergreifen, mich beherrschen, meinen Körper, meinen Willen. Sie wollen mir Schaden zufügen, wollen, dass ich mir den Körper aufschneide, meine Haut aufkratze, blaue Flecken bekomme und das Blut fließt. Sie wollen mich leiden sehen, meinen Körper leiden sehen. Das Blut gefällt ihnen, den Schmerz kosten sie aus und meine Tränen, vermischt mit dem eisenhaltigen Blut, bringen sie zum Lachen. Die Gedanken schreien laut, machen auf sich aufmerksam und wollen beachtet werden. Sie kämpfen mit allen Mitteln, um an die Macht zu kommen, sie wollen nicht aufgeben, sie werden nicht aufgeben und sie sind nahezu unbesiegbar. Zumindest wüsste ich nicht, wie ich sie besiegen könnte. Meine Mauern halten nicht lange, werden zerstört, niedergetrampelt, einfach überrannt und vernichtet. Die Gedanken sind stark. Und haben sie einmal die Oberhand ergriffen, so behalten sie diese für einige Stunden, richten totales Chaos an, zerstören meinen Körper, verwirren meinen Kopf und machen sich dann leise wieder aus dem Staub. Sie lösen sich auf, verschwinden ins Nichts und kehren bald wieder, erst klein, leise. Doch dann werden sie lauter, stärker und das ganze Spiel beginnt von vorne. Der Kampf, der in meinem Kopf stattfindet, ist jedes Mal eine Zitterpartie. Ich weiß nie, wie er endet und es könnte tagtäglich schlimmer kommen.
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| I don't know |
Mittlerweile hat es keinen Sinn mehr, dir zu erzählen, wenn es mir nicht gut geht, warum es mir nicht gut geht, was los ist. Ich habe keine Erklärungen mehr, ich kann nichts mehr sagen, mir fehlen die Worte. Es hat keine Gründe, es ist sinnlos, grundlos, einfach so. Ich weine, ich schreie, ich schneide, ich leide. Ich weiß nicht, was die Gründe sind, was die Wege, was die Lösungen sein könnten. Ich bin Ideenlos, ich bin hoffnungslos und ich glaube auch nicht, dass es besser wird. Du sagst es, ihr alle sagt es, immer und immer wieder. Es wird besser, es wird alles besser. Aber meine Hoffnung ist tot. Ich finde sie nicht, sie ist irgendwo vergraben und ich weiß nicht, wie ich sie finden kann. Ich habe kein Suchgerät, ich habe keine Schaufel, mir fehlt die Hoffnung um nach der Hoffnung zu suchen. Und was tue ich nun? Ich sitze hier, vor dem Berg, unter dem vielleicht irgendwo meine kleine, mickrige Hoffnung vergraben liegen könnte und starre darauf. Ich warte, dass irgendwas passiert, sie von selbst herauskrabbelt und sich zu mir gesellt, sich mit mir anfreundet und ich anfangen kann. Aber ich warte schon lange und starre nur noch weiter, meine Augen sind kalt und müde, meine Gedanken verwirrt und leer. Ich weiß nicht, was ich tun kann, um die Hoffnung zu finden.