Sonntag, 24. November 2013

Atmen wird einfach immer schwerer.

Dieses erdrückende Gefühl, das Gefühl des Scheiterns, des schwach werdens. Das Geld, es spielt so eine große Rolle, so verdammt groß. Alle meinen immer, im Leben komme es nicht auf Geld an. Doch ist euch mal aufgefallen, dass das meistens die Menschen sagen, die Geld haben? Ich komme nicht klar, alleine, ohne Geld. Wir haben noch nicht mal Dezember und ich verzweifle schon, wie ich den Monat überleben soll.
Ich habe 216 Euro zur Verfügung, monatlich, für Essen, Trinken, Kleidung, Geschenke, Schule, Hobbys und Freizeit, Tiere. Der Dezember sieht folgendermaßen aus:
22 Euro Kaninchenfutter
30 Euro Winterjacke
6 Euro Schule, Theater
20 Euro Schuhe
30 Euro Geschenke
80 Euro Waschmaschine (-50Euro, zahlt mein Dad)
Demnach hätte ich, wenn ich alles so ausgeben würde, 78 Euro für Essen, Trinken und Sonstiges. Das reicht natürlich nicht. Ich habe zum Glück noch Erspartes, 260Euro, das sollte eigentlich für meinen Führerschein sein, das muss jetzt aber warten. Also nehme ich von den 260Euro einmal 30 Euro für die Waschmaschine und 30 Euro für die Jacke. Die Schuhe streiche ich vorerst aus meinem Finanzplan, kann ich mir einfach nicht leisten. Dann müssen meine Füße eben frieren, habe nur Sneakers für den Winter.
Dann habe ich immerhin 158 Euro für den Monat, das sind 39,50Euro für jede Woche. Das ist zwar auch recht knapp, aber was solls. Anders gehts nicht.
Das Fazit ist also:
Ich kaufe diesen Monat von meinem Geld:
22 Euro Kaninchenfutter
30 Geschenke
6 Schule, Theater
Und von dem Ersparten:
30 Euro Waschmaschine
30 Euro Winterjacke
Ich habe von dem Ersparten dann noch 200 Euro.
Und all diese Gedanken, diese wirren Zahlen, dieses Denken, all das schwirrt mir den ganzen Tag im Kopf umher. Ich schreib morgen eine Matheklausur, aber ich kann nicht an Integrale und sonstiges denken, sondern nur daran, wie ich den nächsten Monat überleben soll, wie ich Weihnachten bezahlen soll, wie ich meine Tiere versorgen soll. Ich kann kein Mathe in der Schule. Ich werde mich hinsetzen, ein bisschen aufleiten, ein bisschen was schreiben, irgendwelche wirren Zahlen und dann werde ich abgeben und gehen. Und wenn es eben 0 Punkte sind, dann sind es 0 Punkte. Dann bekomme ich eben unter im Zeugnis und schaff mein Abi trotzdem. Sollte nichts dramatisch schreckliches passieren. Hoffe ich. Wobei das bei mir durchaus mal der Fall sein kann. Dann muss ich mich am Ende doch von meinem Abi verabschieden. Keine Ahnung, was ich dann mache. Putzfrau, Bäckerin, Sekretärin. Haha. Scheiß Leben ey. Ich hab keine Lust mehr, mir ist das alles zu durcheinander, zu viel Chaos. Ich will gern ein einfaches Leben, so wie ihr alle, wie ihr alle! In der Schule heulen alle immer rum, wie schwer sie es doch hätten. Ich bin still. Ich denke mir, wenn jemand wirklich Probleme hat, posaunt er sie nicht so heraus und verlangt Hilfe, sondern versucht, selbst damit klar zu kommen. Und das versuche ich nun, jeden Tag, seit 5 Monaten wohne ich nun hier. Dezember ist der 6. Monat. Dann ist es ein halbes Jahr. So lange... Und es hat sich fast nichts gebessert. Weder in meinem Kopf, noch vom Geld oder sonstigem her.
Mein Leben, das totale Chaos und ich krieg es nicht auf die Reihe. Hilfe. Hilfe. Hilfe. Ich will keine Hilfe, will Hilfe, doch nicht schwach wirken. Oh Gott. Ich schaffs nicht. Ich schaffs nicht. Nein.



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