Sonntag, 3. August 2014

Leben oder Tod zum Leben

Kälte, ihre weißen Beine zittern, der Mund zuckt und bebt, alles verschwimmt und vergeht sich im Licht. Doch es ist Nacht, der Mond strahlt doch geht unter, nichts leuchtet und gibt Hoffnung. Ihre Finger fliegen umher, drücken, zittern und suchen nach Halt, doch es ist zwecklos und so schließt sie die Augen. Haut über den Augen, Lider geschlossen und ruhig, schießen nichts mehr an Blicken hinaus, nur noch Haut und nichts. Sie sieht schwarz, sieht nichts mehr und ist zufrieden. Sie kniet nieder, setzt sich hin, streckt die Beine nach vorn und stützt die Hände hinter sich ab. Kies, Schotter, es bohrt in ihre Fingerspitzen, in ihre Handflächen und schneidet ein. Das rote Blut quillt unter den Händen hervor und verschwimmt mit dem roten Nagellack, vermischt sich unerkennbar und zusammen. Die fahle Haut kriegt Farbe, wird blau und weiß, wird rot und grün, alles gemischt, bunt. Sie legt den Kopf in den Nacken, schreiend, weinend, ihr Mund öffnet und schließt sich, wie ein Fisch, wie der Mund eines Fisches der nach Leben ringt und vergebens sucht, schnappt und keucht. Sie knickt ein, schließt den Mund und gibt sich dem Tode hin, wie ein Fisch, der aufgibt und erstickt, der jämmerlich vor lauter Luft nicht mehr atmen kann, denn er braucht Wasser. Und so erstickt der Mensch, welcher nicht im Leben leben kann am Leben, da er den Tod zum Leben braucht.

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